Reproscan Rabbel

Second Screen und Digital Out of Home: Der Klick auf den zweiten Blick

13.09.2013

Second Screen und Digital Out of Home, so Experten, sind ohne Zweifel die nächsten großen und ausbaufähigen Trends, wenn es um Cross- und Multichannel-Strategien geht. Denn die Wege vom TV-Spot (auch im öffentlichen Raum) zum Online-Kauf bzw. vom Plakat über den QR-Code direkt zum Angebot sind die kürzesten und schnellsten Verbindungen zwischen Produkt und Konsument. Das hängt vor allem damit zusammen, dass immer mehr Menschen mobil ins Internet gehen, das Tablet oder Smartphone vor dem Fernseher und parallel zum (langweiligen) Programm nutzen und somit mindestens zwei Screens (also Monitore) gleichzeitig oder auch sukzessive nutzen. Ein große Chance für Werbetreibende, erhalten sie dadurch doch die Möglichkeit, sich und ihre Botschaft auf mehreren Kanälen zu präsentieren.
 
Gelegenheiten zum multiplen Kontakt gibt es viele. So begegnen wir alle jeden Tag immer wieder neuen Werbeformaten, also beispielsweise Digitale City Light Poster an Bus- und Bahnhaltestellen und Straßen oder auch Großbildschirmen und kleineren Monitoren in Restaurants, öffentlichen Verkehrsmitteln, in Wartezimmern und Warteschlangen. Kurz gesagt: Eigentlich immer genau dann und dort, wenn die Möglichkeit gegeben ist, dass wir Zeit haben, weil wir warten müssen. Und wenn wir uns diese Wartezeit verkürzen wollen, lockt der Griff in die Tasche zum Smartphone. Dann genügt ein kurzer Scan des QR-Codes am Plakat, eine Augmented-Reality-App im Digitalen Poster oder die Eingabe der im Werbespot angegebenen URL und schon befinden wir uns auf der Seite des Anbieters.
 
Auch Print braucht Second Screen
Aktuelle Studien wie beispielsweise die SevenOne-Media-Untersuchung „Mediennutzung 2013″ zeigen, dass das TV immer noch die größte Aufmerksamkeit genießt: 205 Minuten täglich läuft demnach in deutschen Haushalten der Fernseher, während es das Radio auf 137 Minuten und das Internet auf 115 Minuten bringen. Nur 18 Minuten pro Tag werden hingegen Zeitungen gelesen und nur 10 Minuten Zeitschriften. Hinzu kommen andere Ergebnisse, die besagen, dass 24% der TV-Schauer mindestens einmal im Anschluss an einen Werbekontakt mit dem TV direkt zum Online-Device übergegangen sind und das Produkt gekauft haben. 35% hingegen gingen nach dem Kontakt auf die Online-Suche nach dem Produkt, dem Service oder dem Unternehmen. Und: 45% der TV-Seher machen dies mittlerweile nicht nur noch zu Hause, sondern gerne auch unterwegs.
 
Anderen Studien zufolge ist bei 43% der TV-Zuschauer das Smartphone, Tablet oder Notebook der treue parallele Begleiter. Dieser Second Screen wird dazu genutzt, sich noch während des laufenden Programms über bestimmte Details zu informieren, aber auch dafür, sich über die Social Media mit seinem Netzwerk auszutauschen. In diesem Sinne dient der zweite Bildschirm also nicht nur als Informationsquelle, sondern auch als Verbreitungskanal, was sich in jedem Fall auch auf die Reichweite bestimmter TV-Formate in den Social Media auswirkt.
 
Über den Second Screen beim Print liegen indes keine Zahlen vor, was aber nicht bedeutet, dass hier kein Potential lauern würde. Schließlich endet der Drang, sich über ein Thema, Angebot oder ein Produkt noch weiter informieren zu können, nicht zwangsläufig auf dem Papier. Formate wie beispielsweise die Print-Ausgabe der Wirtschaftswoche machen es vor: Bei vielen Berichten findet sich am Ende ein kleines Symbol, auf welches man sein Smartphone oder Tablet halten und sich sogleich einen weiterführenden Videobericht ansehen kann. Genauso Multichannel ist auch der neue Ikea-Katalog aufgebaut: Auch hier weisen ausgewählte Seiten ein Smartphone-Symbol auf. Dank Augmented Reality können dann Videos angesehen oder andere interaktive Tools genutzt werden.
 
Auf gemeinsamen Wegen über viele Kanäle zu einem Ziel
Der Hype aber auch die sachlichen Fakten um das Thema Second Screen sind praktisch nur eine Art Vorbote dessen, was künftig aus keinem Marketing-Mix mehr wegzudenken sein wird: Das Angebot an den Konsumenten und Kunden, sich auf vielen Wegen mit einem bestimmten Produkt, einem Angebot und auch einem Unternehmen auseinandersetzen, sich noch weiter darüber informieren, es beurteilen, teilen und letztlich auch kaufen zu können. Diese Art von Rundwegen können beispielsweise über ein Printmedium führen, dass einen QR-Code trägt. Scannt man diesen Code, gelangt man in den App-Store und kann sich eine App herunterladen. Mithilfe dieser App und mit Augemented-Reality-Features ist es möglich, das Produkt probeweise und virtuell in der eigenen Wohnung zu platzieren.
 
Bei allen Formaten geht es letztlich um die enge Vernetzung, das Plus an Angebot auf den jeweiligen Kanal zugeschnitten und darum, die Konsumenten zu begleiten – eben auf Bildschirmen im öffentlichen Bereich und Verkehr, wie auch in Form direkter Schnittstellen zwischen Print und Online bzw. Mobile. Der so hergestellte Mehrwert vertieft nicht nur die Beziehung der Unternehmen und Marken zu ihren Kunden, sondern ermöglicht es auch, neue und alte Vertriebswege harmonisch miteinander zu vereinen, ohne dass zwischen den unterschiedlichen Verkaufskanälen Print, TV, Online und Mobile zwangsläufig Kannibalisierungseffekte auftreten müssen.
 



Mehr von Marcello


Marcello Buzzanca ist freier Autor, Texter, Redakteur, Blogger, Übersetzer. Seine Kunden sind Unternehmen jeglicher Größe aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Marketing, E-Commerce, App-Entwicklung, Immobilien. Er schreibt für unterschiedliche Online-Magazine mit dem Schwerpunkt Ethno-Marketing und konzipiert PR-Strategien für Startups.

Alle Beiträge von

© Reproscan Rabbel GmbH. Alle Rechte vorbehalten

Eine Antwort auf Second Screen und Digital Out of Home: Der Klick auf den zweiten Blick

  1. Pingback: Genial viral oder viral fatal? Chancen und Grenzen des viralen Marketings | rkiemblog

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

sechs − 2 =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>